Elferrat


STIMMEN ZUM ELFERRAT 2013 AUS DER FRANKFURTER NEUEN PRESSE

DIE CHEFIN IST EINE FRAU

SIE HAT NUR HAGEBUTTENTEE IM WEINGLAS

Die Herren haben den tollsten Job aller Karnevalisten, wird mancher über die Männerriege um Sitzungspräsidentin Heike Wölfel schon des Öfteren im Stillen gedacht haben. Anders als die Tanzgruppen und Vortragenden müssen sie nicht viel tun und können bei den Sitzungen ein Gläschen nach dem anderen heben. Weit gefehlt. Das fängt schon damit an, dass nur in den Elferrat kommt, wer sich schon lange im Verein engagiert hat. Wie beispielsweise Wilfried Beese, der stand beim Krifteler Karneval Klub bereits mit der Gruppe "Hot Petticoats" und dem Männerballett auf der Bühne, bevor er vor sechs Jahren in den Elferrat berufen wurde. "Für mich ist das eine Ehre", wie auch für Beeses zwölf Kollegen im Komitee. Dienstältester ist Edwin Kurz, wie lange er schon dabei ist, "ich weiß es selbst nicht so genau", aber fast 40 Jahre würden es wohl schon sein. 

Bislang war der Elferrat seit der Gründung des KKK vor 62 Jahren eine reine Männerdomäne, bis 2009 Heike Wölfel von Werner Albrecht das Amt der Sitzungspräsidentin übernommen hat. Unter weiblicher Regie sei der Job etwas stressig geworden, meint Rolf Faupel augenzwinkernd. Die 47-Jährige hält ihre Männer mächtig auf Trab. "Wir sind doch quasi die Animateure", versteht die Langenhainerin ihre Aufgabe, die Aktiven zu unterstützen und das Publikum zum Klatschen und Tanzen aufzumuntern.

 

"Stille Post"

 

Inklusive Altennachmittag fünfmal die gleiche Sitzung sehen pro Session, ist das für den Elferrat nicht schrecklich langweilig? Im Gegenteil, jede Sitzung sei anders, "da ist nichts langweilig", versichert Daniel Göldner, mit 34 Jahren der Benjamin im Elferrat. Die Riege hat alles im Blick, was so im Publikum passiert, auch, wer schon mal ein Nickerchen hält. Wenn irgendwo im Saal ein Tisch bei einem Vortrag richtig stört, "dann geht es stille Post" bis zu den Pagen im Hintergrund, die jemanden aus dem Vorstand losschickt, der dann an besagtem Tisch für Ruhe sorgt. 

 

Mit Reservisten

 

Im Einsatz sind immer zehn Elferräte, die Reserve kommt dann zum Zug, wenn einer krankheitsbedingt ausfällt oder beruflich verhindert ist, "oder weil einer von uns auf der Bühne steht", sagt Eberhard Schmitt, der Ersatz braucht, wenn er mit den "Bosköpp" auftritt. 

Ach ja, man sieht die Herren samt Präsidentin auch immer wieder das Glas erheben. Heike Wölfel verrät, "bei mir ist nur Anti-Alkoholisches drin", im vergangenen Jahr, als zünftig zum Motto "Alpenrock" mit Bier angestoßen wurde, hatte die Sitzungspräsidentin Kräutertee in ihrem Glas. 

Und in diesem Jahr, wenn man sich in den "Moulin Rouge-Schwarzbachhallen" mit Rotwein zuprostet, wird sich Heike Wölfel roten Hagebuttentee einschenken. Alkohol, das geht gar nicht, sagt die Präsidentin, "erst nach der Sitzung trinke ich mit Genuss dann mein Piccolöchen". Auch die Herren halten sich in puncto Alkohol zurück und greifen eher zum Wasser als zum Wein. "Da wurde früher wesentlich mehr konsumiert", erinnert sich Edwin Kurz. 

 

(Auszug aus Bericht von Ulrike Kleinekoenen FNP | Artikel vom 25.01.2012)